Bei unserem Testobjektiv handelt es sich um ein Vorserienmodell, das jedoch von der optischen Leistung her der Serienproduktion entsprechen soll und vom japanischen Hersteller für Labortests freigegeben ist. Die Verarbeitung ist hochwertig, Zoom- und Fokusring arbeiten butterweich. Zudem ändert weder das Zoomen noch das Fokussieren die Baulänge, die Frontlinse steht also still, was den Einsatz von Polfiltern deutlich vereinfacht. Auch ein optischer Bildstabilisator fehlt dem Objektiv nicht. Der Autofokus arbeitet unhörbar und sehr schnell.
Im Labortest an der 16 Megapixel auflösenden Lumix DMC-G5 zeigt das Telezoom keinerlei Verzeichnung, die also offensichtlich digital korrigiert wird. Die Randabdunklung ist äußerst gering und verschwindet beim Abblenden. Zudem ist ihr Verlauf sehr sanft, so dass sie optisch nicht auszumachen ist. Die Chromatische Aberration ist mit einem Mittelwert von weniger als 0,5 Pixeln ebenfalls sehr gering, allenfalls an den Rändern sind die Farbsäume mit bis zu einem Pixel minimal stärker, aber im Prinzip nicht der Rede wert (siehe Diagramm aus dem Labortest unten). Auch die Schärfe auf einem 20 mal 30 Zentimeter großem Papierbild ist von der Bildmitte bis in die Ecken bei jeder Blende einwandfrei. Kommt es aber auf die reine Auflösung an, die bei starken Vergrößerungen zum Tragen kommt, so sind doch Unterschiede zwischen der Bildmitte und dem Bildrand auszumachen. Dabei zeigt das 35-100er bei Offenblende die höchste Auflösung, sie liegt in der Bildmitte bei 35, 57 und 100 Millimeter jeweils zwischen 43 und 45 Linienpaaren pro Millimeter, für 16 Megapixel ein sehr guter Wert. Leider sinkt die Auflösung zu den Bildrändern hin recht deutlich ab, etwa 35 Prozent bei 35 Millimeter, bei mittlerer und langer Brennweite weniger, aber immer noch um – immerhin akzeptable – 20 Prozent. Beim Abblenden sinkt der Randabfall gleich durch zwei Umstände: Die Auflösung im Zentrum nimmt ab, während sie sich am Rand licht steigert. Bereits bei F5,6 werden im Zentrum die 40 Linienpaare pro Millimeter unterschritten.
Im Großen und Ganzen hinterlässt die optische Leistung des Lumix G Vario 35-100 mm F2,8 einen leicht zwiespältigen Eindruck. Es begeistert vor allem mit seiner Offenblendtauglichkeit sowie in der Praxis kaum erwähnenswerten optischen Fehlern wie Verzeichnung, Farbsäumen oder Randabdunklung. Der Auflösungsverlust zum Bildrand ist nicht unbedingt ruhmreich, jedoch auch bei "echten" 70-200ern zu finden.