Mit den heute im Rahmen der Photokina 2012 vorgestellten digitalen Messsucherkameras bricht Leica gleich mit mehreren Traditionen. So entfallen ab sofort die Ziffern in der Modellbezeichnung. Wie der Hersteller aus Solms mitteilt, „soll damit die Wertigkeit auch nach dem Erscheinen einer neuen Produktgeneration gestärkt werden“. Folglich heißt die heute präsentierte Nachfolgerin der M9 ganz schlicht nur noch M. Die M9 bleibt indes – leicht modifiziert – weiterhin im Programm, sie wird zukünftig unter der Modellbezeichnung M-E geführt. Wichtige Änderung ist laut Leica eine „neue, griffige Belederung“, zudem sind „Deckkappe und Bodendeckel diskret in der Farbe anthrazitgrau lackiert“. Zurück kehrt bei beiden aktuellen M-Modellen der charakteristische rote Punkt auf der Frontplatte, auf den Leica zuletzt verzichtet hatte.
Einen deutlich größeren Schritt in die Moderne geht Leica mit der M. Mit ihr setzt der traditionsreiche Hersteller aus Solms erstmals auf einen CMOS-Sensor, der zusammen mit dem belgischen Spezialisten CMOSIS entwickelt wurde. Der Wandler im Kleinbildformat löst 24 Megapixel auf und soll laut Leica „die charakteristischen Vorteile von CCD-Sensoren wie die natürliche, brillante Farbwiedergabe und die eindrucksvolle Detailzeichnung“ bieten. Verarbeitet werden die Sensorsignale vom Maestro-Prozessor, der auch im Leica S-System Verwendung findet. Doch damit noch nicht genug der Neuerungen: Die Leica M ist die erste Kamera ihrer Familie, die das Sucherbild auf dem Display anzeigen kann (Live-View). Automatisch scharf stellen kann auch die Leica M nicht – da bleibt sie ganz in der Tradition ihrer Familie. Aber sie erleichtert das manuelle Fokussieren per Fokus-Peaking. Diese Funktion zeichnet auf dem Display Kontrastkanten in Rot nach, die in der Schärfeebene liegen. Zudem bietet die Leica M eine Fokuslupe mit bis zu zehnfacher Vergrößerung. Zur perfekten Kontrolle von Schärfe und Details löst das Display bei einer Diagonalen von drei Zoll mit 920.000 Bildpunkten hoch auf. Als erste Kamera des M-Systems sind mit der M auch Videoaufnahmen möglich und zwar ganz zeitgemäß in Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) bei maximal 25 Vollbildern je Sekunde. Der Ton wird in Mono aufgezeichnet (ein Stereomikrofonadapter ist optional erhältlich) und kann wahlweise manuell ausgesteuert werden.
Dank CMOS-Technik reicht die ISO-Empfindlichkeit der M von ISO 100 bis ISO 6.400, die Verschlusszeit lässt sich zwischen 60 Sekunden und 1/4.000 Sekunde wählen. Serienbilder nimmt die Leica M mit einer Rate von drei Fotos je Sekunde auf, Belichtungsreihen mit drei oder fünf Aufnahmen bei einer Spreizung von maximal drei Blendenstufen. Die Belichtung wird entweder manuell gesteuert oder per Zeitautomatik.
Zusammen mit der Leica M kommt eine Reihe neues Zubehör. Darunter ein intelligenter Adapter für Objektive mit dem Leica-R-Bajonett, ein elektronischer Sucher mit einer Auflösung von 1,4 Megabildpunkten für den Systemschuh und der Multifunktionshandgriff-M mit integriertem GPS-Empfänger. Ausführlich werden wir das neue Zubehör für die Leica M demnächst in einer gesonderten Meldung vorstellen. Die Leica M wird ab Anfang 2013 in einer schwarz lackierten und einer silbern verchromten Ausführung für eine unverbindliche Preisempfehlung von 6.200 Euro angeboten werden. Die Leica M-E ist ab sofort erhältlich und soll 4.800 Euro kosten.