Für Urlaubs- und Reisefotos in 20 mal 30 Zentimeter Ausgabegröße reicht das Superzoom 18-200 LE allemal, denn es ist bei dieser Größe vom Zentrum bis zu den Bildecken scharf. Man sollte allerdings maximal bis F22 abblenden, denn darüber sorgt die Beugung für sichtbare Unschärfe. Die Randabdunklung hat Sony ebenfalls gut im Griff. Zu den Bildecken verliert das Objektiv unabhängig von der Blende maximal 30 Prozent an Bildhelligkeit. Der Verlauf ist dermaßen sanft, dass der Verlust kaum auffällt. Vermutlich hilft Sony hier elektronisch nach, so muss der Fotograf nicht nachträglich im Bildbearbeitungsprogramm korrigieren. Problematischer ist schon die deutliche Verzeichnung. Stark tonnenförmig mit 3,5 Prozent ist sie im Weitwinkel auffällig ausgeprägt, was vor allem bei Architekturaufnahmen mit vielen geraden Linien unangenehm auffällt. Bei 70 und 200 Millimeter verzeichnet das Objektiv hingegen sichtbar kissenförmig, wenn auch vom Absolutbetrag mit 1 Prozent weniger als im Weitwinkel. Dafür empfindet man die Kissenform als unnatürlicher als die Tonnenform.
Unangenehm sind auch die starken Farbsäume, die vor allem im Weitwinkel auftreten (siehe Diagramm aus dem Labortest unten). Das Maximum liegt stets zwischen 2,5 bis 3,5 Pixeln Breite, was auch auf 20 x 30 Zentimeter großen Abzügen nicht zu übersehen ist. Zwar sind die Maximalausschläge im Weitwinkel am größten, beim Mittelwert hingegen schneidet das Objektiv im Weitwinkel am besten ab und der Telebereich fällt deutlich negativer auf. Der Grund dafür ist, dass sich die Farbsäume im Weitwinkel in den Bildecken konzentrieren, während sie im Telebereich auch näher am Bildzentrum noch sichtbar auftreten. Hier hätte Sony das Objektiv durchaus noch stärker optimieren können, denn die Farbsäume rühren daher, dass die eingesetzten Linsen das Licht unterschiedlicher Wellenlänge wie ein Prisma aufspalten beziehungsweise unterschiedlich stark brechen. Absolut betrachtet ist auch die Auflösung zumindest an den Bildrändern nicht die beste. Erstaunlicherweise ist der Verlust im Weitwinkel mit rund 20 Prozent bei Offenblende am geringsten, während das Objektiv bei mittlerer und langer Brennweite bei Offenblende am Rand jeweils gut ein Drittel schlechter auflöst als im Bildzentrum. Andererseits ist die Auflösung in der Bildmitte bei allen Brennweiten schon bei geöffneter Blende gut, besonders im Weitwinkel mit gut 37 Linienpaaren pro Millimeter (lp/mm). Das Abblenden sorgt vor allem für eine bessere Gleichmäßigkeit der Auflösung, allerdings kratzt der Bildrand selbst bei bester Auflösung nur knapp an den 30 lp/mm. Relevant wird das alles ohnehin nur, wenn man Ausschnitte vergrößert beziehungsweise größere Poster drucken lassen möchte.
In der Summe kämpft das 18-200LE mit den üblichen Bildqualitätsschwächen der Superzooms. Relativ gesehen ist es also kein schlechtes Objektiv, absolut gesehen hingegen kann man sich besseres Glas vor eine NEX schrauben. Und wer meint, sein billiges 18-55er Setobjektiv mit dem deutlich teureren 18-200LE aufwerten zu können, wird ebenfalls enttäuscht. Wo das Setzoom von der Brennweite
reicht, ist es die bessere Wahl und auch kaum lichtschwächer, da das 18-200LE bereits bei 70 mm nur noch F5,6 als Maximalöffnung erreicht.
Das 50 mm F1.8 spielt da schon in einer ganz anderen Liga. Für 20 x 30 reicht die Auflösung bei allen Blenden für knackige Fotos von der Bildmitte bis zum Rand. Schaut man sich die MTF-Auflösung bei 50 Prozent Kontrast an, so sind F5,6 und F8 die besten Blenden. Hier ist die Auflösung von der Bildmitte bis zum Rad gleich hoch mit 36 Linienpaaren pro Millimeter (lp/mm). Bei Offenblende hingegen gibt es einen nennenswerten Auflösungsverlust zum Bildrand und mit knapp unter 30 lp/mm löst das Objektiv auch geringer auf, bei hoher Vergrößerung sind die Bilder also etwas weicher als abgeblendet.
Die Verzeichnung erreicht ein halbes Prozent Kissenform, was für ein 50er völlig in Ordnung geht. Die Randabdunklung hat Sony ebenfalls wie beim 18-200LE gut auskorrigiert, sie liegt maximal bei knapp über 30 Prozent und sinkt mit dem Abblenden etwas ab. Farbsäume sind leider auch beim 50er ein Thema, hier liegt das Maximum über 2,5 Pixeln, was man auf 20 x 30 Zentimeter leider schon deutlich sehen kann. In der Summe ist das 50mm 1.8 also kein Überflieger, liefert aber eine solide Leistung ab und weiß vor allem um drei Stufen abgeblendet mit einer gleichmäßigen Auflösung zu überzeugen, die man bei einem Zoom nicht findet.